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Altersvorsorge

Das Altersvorsorgedepot: Was Sie jetzt wissen sollten

04. Juli 2026 · 4 Min. Lesezeit

Kaum ein Thema wird mir in Erstgesprächen aktuell so oft gestellt wie diese Frage: „Soll ich auf das Altersvorsorgedepot warten, bevor ich mit der Altersvorsorge anfange?“ Verständlich, denn das geplante Instrument klingt nach einer echten Verbesserung gegenüber Riester. Hier der aktuelle Stand, ohne Spekulation über Details, die noch nicht feststehen.

Warum es das Altersvorsorgedepot überhaupt braucht

Die Riester-Rente wurde vor über 20 Jahren eingeführt und steht seit Jahren in der Kritik: hohe Garantieanforderungen zwingen Anbieter zu einem hohen Anteil sicherheitsorientierter, renditearmer Anlagen. Das drückt die Rendite gerade in einer Phase niedriger Zinsen spürbar – ein Effekt, der sich über eine lange Ansparphase deutlich bemerkbar macht. Die politische Idee dahinter: ein neues, staatlich gefördertes Instrument, das stärker auf kostengünstige, breit gestreute ETF-Anlagen setzt und weniger strikte Garantievorgaben macht – mit dem Ziel, mehr vom eingezahlten Kapital tatsächlich für den Vermögensaufbau arbeiten zu lassen.

Was aktuell diskutiert wird

Im Kern geht es um ein gefördertes Depot, in das Sparer:innen regelmäßig einzahlen und dabei von staatlichen Zulagen oder steuerlichen Vorteilen profitieren sollen – ähnlich dem Grundprinzip von Riester, aber mit einer deutlich höheren möglichen Aktienquote und ohne die strikte Beitragsgarantie, die bei Riester-Verträgen Pflicht ist. Das würde bedeuten: mehr Renditechancen, aber auch mehr Kursschwankungen als bei klassischen Riester-Produkten. Genaue Details – etwa zur Höhe der Förderung, zu förderberechtigten Personengruppen und zum Zeitpunkt der Einführung – sind zum jetzigen Stand noch nicht final beschlossen.

Was das für Ihre Planung jetzt bedeutet

Der größte Fehler wäre, mit dem Sparen zu warten, bis das Altersvorsorgedepot final steht. Der Zinseszinseffekt kennt keine Wartezeit – er beginnt zu wirken, sobald Sie anfangen, nicht erst, wenn ein neues Instrument verfügbar ist. Wer heute schon in einen ETF-Sparplan oder eine bestehende geförderte Vorsorge einzahlt, hat in aller Regel die Möglichkeit, später umzustrukturieren oder zu ergänzen, sobald das Altersvorsorgedepot verfügbar ist. Wie ein ETF-Sparplan als Baustein schon heute funktioniert, erklären wir im Artikel ETF-Sparplan: So starten Sie richtig.

Wie ich mit dem Thema umgehe

Ich verfolge den Gesetzgebungsprozess aktiv und aktualisiere meine Einschätzung, sobald sich Details konkretisieren. In Erstgesprächen bespreche ich mit Mandant:innen bereits heute, wie eine Struktur aussehen sollte, die sich später flexibel um das Altersvorsorgedepot ergänzen lässt – statt eine Entscheidung auf unbestimmte Zeit aufzuschieben. Mehr zum Zusammenspiel der Altersvorsorge-Bausteine insgesamt finden Sie im Artikel Altersvorsorge: Die 3 wichtigsten Bausteine sowie auf der Leistungsseite Altersvorsorge.

Allgemeine Einordnung auf Basis des aktuellen Diskussionsstands, keine individuelle Beratung. Details zum Altersvorsorgedepot können sich bis zur finalen Gesetzgebung noch ändern.

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Häufig gestellte Fragen

Gibt es das Altersvorsorgedepot schon?

Nein, noch nicht. Es befindet sich in der politischen Diskussion bzw. im Gesetzgebungsprozess. Bis zur finalen Verabschiedung können sich Details noch ändern – ich verfolge die Entwicklung und informiere, sobald es konkret wird.

Muss ich jetzt schon etwas tun, um vorbereitet zu sein?

Nein. Sinnvoller ist es, jetzt mit einer soliden Struktur zu starten – etwa einem ETF-Sparplan oder einer bestehenden geförderten Vorsorge. Ein späterer Wechsel oder eine Ergänzung um das Altersvorsorgedepot ist in aller Regel möglich, sobald es verfügbar ist.

Ersetzt das Altersvorsorgedepot die Riester-Rente komplett?

Das ist Teil der Diskussion, aber noch nicht final entschieden. Bestehende Riester-Verträge dürften Bestandsschutz genießen; für Neuabschlüsse könnte das Altersvorsorgedepot perspektivisch eine Alternative werden.

Ist das Altersvorsorgedepot dasselbe wie ein normales ETF-Depot?

Nein. Der Unterschied wäre die staatliche Förderung (z. B. Zulagen) und ein geförderter Rahmen, ähnlich wie bei Riester – nur mit mehr Freiheit bei der Anlage, etwa einer höheren Aktienquote ohne strenge Beitragsgarantie. Ein normales Depot hat diese Förderung nicht, dafür aber keine Restriktionen.

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